Erklärung zu den Gesprächsergebnissen zwischen TMBWK und Freiheit e.V. vom
01.02.2010
Am 01.02.2010 fand im
Bildungsministerium ein weiteres Gespräch zwischen Vertretern des TMBWK
und des Freiheit e.V. statt. Dabei konnte in einigen strittigen Punkten
Übereinstimmung erzielt werden, offen gebliebene Fragen sollen am
15.02.2010 gelöst werden.
Nachfolgend sind die
Gesprächsergebnisse vom 01.02.2010 beschrieben:
Eine Findungskommission
unterbreitet dem Stiftungsrat ein einstimmig gefundenes Ergebnis bezüglich
der Leitung der Gedenk- und Bildungsstätte. Beide Seiten gehen davon aus,
dass in einem zügig ausgeschriebenen Bewerbungsverfahren schnellstens die
Besetzung möglich wird. Aus den für die Stiftung vorgesehenen
Haushaltsmitteln kann das notwendige Honorar für das Jahr 2010 aufgebracht
werden.
Der Freiheit e.V. wirkt
an der Arbeit der Gedenk- und Bildungsstätte durch eigene Aktivitäten
seiner Wahl mit und erhält dafür ein im Wirtschaftsplan für die Gedenk-
und Bildungsstätte verankertes Budget.
Es wird ein Punkt
eingefügt, der festlegt, dass dieser zwischen dem TMBWK und dem Freiheit
e.V. geschlossene Vertrag auch zukünftige andere Träger der Gedenk- und
Bildungsstätte Andreasstraße in allen Punkten bindet.
Mit den genannten
Ergebnissen gibt es eine gewisse Annäherung zwischen den anfänglichen
Maximalpositionen. Deshalb erklären wir die Besetzung für beendet. Der
Verein bleibt aber im Haus präsent, um der Gedenk- und Bildungsstätte
abträgliche „Sanierungsverluste“ zu ersparen.
Die Frage von Büro’s für
den Freiheit e.V. , die Gedenk- und Bildungsstättenleitung und die
Stiftung „in der Gedenk- und Bildungsstätte“ bereitet uns insofern Sorge,
als die eigentliche Fläche für die Dauerausstellung in der Gedenk- und
Bildungsstätte durch die große Anzahl vorgesehener Büro’s und
Seminarräume, die das ganze Erdgeschoß einnehmen, praktisch auf das 1.
Obergeschoß ( also 17 Zellen von ca. 350 m² einschließlich Flur )
beschränkt ist. Dem Verein scheint daher die Zusage einer institutionell
sicheren Förderung, mit der ein Büro im Souterrain des Vorderhauses (
parallel Andreasstraße ) angemietet werden könnte, die bessere Lösung.
Diese Frage kann ähnlich wie die Förderung der anderen
Aufarbeitungsinitiativen gelöst werden, im Rahmen der Thüringer Stiftung
Aufarbeitung.
Einigkeit gibt es
zwischen dem TMBWK und dem Freiheit e.V. darüber, dass eine Arbeitsgruppe
die Eckpunkte des Konzeptes für die Dauerausstellung erarbeiten soll. Die
detaillierte Ausführung soll von einem qualifizierten Wissenschaftler
vorgenommen werden. Die Arbeitsgruppe soll aus ca. 10 Personen bestehen
(die befassten Vereine, Wissenschaftler und Fachleute, TMBWK und TLStU ).
Ein Gestalter und ggf. weitere Spezialisten sollten nach Einigung auf die
Eckpunkte hinzugezogen werden. Die erste Aufgabe der Konzept-AG wird die
Ausschreibung für einen Wissenschaftler sein, der das Konzept detailliert
erarbeiten soll. Der Verein Freiheit e.V. möchte gemäß dem vorletzten
Eckpunkte-Papier hier mit zwei Personen vertreten sein:
Joachim Heise, ehemals
politisch Inhaftierter, hat umfangreiche Erfahrungen als langjähriger
Betriebsleiter einzubringen. Er ist seit vier Jahren an
Zeitzeugen-Führungen und auch an mehrtägigen Schülerprojekten beteiligt.
Er kennt die Arbeit der Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße,
verwaltet die Fördermittel des Vereins für mehrere laufende Projekte.
Margot Friedrich, die
ebenfalls als sehr junge Frau die Untersuchungshaft des MfS in Gera kennen
lernen musste, ist Autorin und Journalistin. Von 1990 bis 2007 arbeitete
sie in unterschiedlichen Funktionen bei der Thüringer Landesregierung, u.a.
Sprecherin von Minister Schuchardt und Referentin für
Öffentlichkeitsarbeit in der Staatskanzlei. Sie hat mehrere Ausstellungen
konzipiert und kuratiert, zuletzt „Ich wollte nicht mehr feige sein“, die
Ausstellung der Landeszentrale für politische Bildung zur Revolution 1989.
Wir erwarten, dass die
zu berufenden Wissenschaftler/innen und Fachleute jeweils bestimmte, für
die Gedenkstättenarbeit notwendige, Qualifikationen mitbringen und bereit
sind, in den nächsten drei Monaten intensiv mitzuarbeiten. Es werden wohl
fast wöchentliche Sitzungen notwendig sein, um zügig zu einem Ergebnis zu
kommen.
Wir gehen davon aus,
dass diese Berufungen besprochen werden und dass das TMBWK und der
Freiheit e.V. über die zu berufenden Personen in aller Ausgewogenheit
Einigkeit erzielen.
Erfurt, den 05.02.2010,
Freiheit e.V. Joachim
Heise, Vorsitzender; Margot Friedrich, Vorstand
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