Besetzung der Stasihaftanstalt in der Andreasstraße durch Mitglieder des Freiheit e.V.

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09. Februar 2010:

Repression geht nicht nur von der Stasi aus

Ich bin entsetzt darüber, wie gehässig die beiden "Gedenkstättenexperten" Herr Veen und Herr Knigge mit dem "Freiheit e.V." und der Stasi-Beauftragten Frau Neubert in dem Interview umgehen. Diese Injurien, eines "Knigge" unwürdig, im Einzelnen aufzählen und  kommentieren zu wollen, würde den Rahmen des Leserbriefes sprengen. Im Grunde tun mir die beiden Herren leid, da sie mit Ihrer Intoleranz gegenüber anderen Alternativen ihre eigene vermeintlich wissenschaftliche Kompetenz diskreditieren, in dem sie für die Erfurter Stasi-Haftanstalt in der Andreasstraße verlangen, dass der "Repressionsapparat" der DDR in seiner ganzen Komplexität dargestellt wird und gar zu einem "Leuchtturm" avancieren soll, anstatt eine Stasi-Gedenkstätte einrichten zu wollen. Welch ein Possenspiel! Wollte man diese Zielstellung verallgemeinern, müssten alle KZ-Gedenkstätten Deutschlands und darüber hinaus Europas geschlossen oder zumindest unter diesem Aspekt neu gefasst werden! Gibt es nicht in Weimar die Gedenkstätte  Buchenwald für die die zwei Herren verantwortlich zeichnen? Wurde hier etwa der Repressionsapparat Hitlerdeutschlands durch die verantwortlichen Herren in seiner vollen Komplexität, mit den "drei Säulen" (Zitat Herr Veen) dargestellt? Nein, das ist gar nicht möglich und wäre auch moralisch inakzeptabel, hier geht es um Leid und Verbrechen, die unschuldigen Opfern durch Vertreter eines menschenverachtenden Regimes zugefügt wurden. Sie sollten sich besser dafür engagieren, die Gedenkstätte Buchenwald als Orte des Leidens zweier diktatorischer Regime, das KZ mit seinen vielen Außenstellen und das Sowjet-Speziallager Nr.2 , für die Besucher plausibler und überzeugender zu organisieren und zu präsentieren. Hier sind noch viel  geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung, museale Fähigkeiten, populärwissenschaftliches und pädagogisches Verständnis, Kreativität gefragt.
Kann es sein, dass sich die Verantwortlichen davon überfordert sehen und deshalb andere Felder des Establishments suchen?
Dr. Günter Andres

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14. Januar 2010:

Leider bin ich, aus unterschiedlichen Gründen, erst jetzt auf ihre Internetseite, bzw. auf das Anliegen Ihres Vereins aufmerksam geworden.
Auch ich bin betroffen, auch ich durfte zu den "guten alten DDR-Zeiten" - über die heute so viele wieder ins "Schwärmen" geraten, einige Wochen in der Stasihaftanstalt, Andreasstr. zubringen (1981). Wegen versuchter Republikflucht wurde ich schließlich zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt.
Vor ein paar Jahren, ich lebte damals noch in Hannover, habe ich durch Frau Dr. Herz die Möglichkeit erhalten das Gebäude bzw. die ehemaligen Zellen der Stasihaftanstalt zu besichtigen.
Das Ganze befand sich damals und ja wohl auch heute noch in einem jämmerlichen Zustand.
Inzwischen lebe ich wieder in Erfurt und habe nun mit Begeisterung gelesen und durch die Medien erfahren, wie sehr sich Ihr Verein bzw. Ihre Mitarbeiter dafür engagieren, dass diese Stätte des Unrechts und der Menschenverachtung erhalten bleibt und zwar als Mahnung und als Gedenkstätte.
Es ist so wichtig, dass nichts vergessen wird, dass junge Menschen erfahren, was die DDR wirklich war. Dies kann nur durch die Betroffenen geschehen und nicht durch irgendwelche Politiker oder Leute die das am liebsten totschweigen würden.
Deshalb ist es mir ein Anliegen diese Mail zu schreiben und mich zu bedanken, dafür, dass es Mutige gibt, die sich nicht unterkriegen lassen!!
Ich hoffe, dass das Ganze letztendlich zum Erfolg führt und wünsche allen Mitarbeitern Ihres Vereins, für die weitere Arbeit alles erdenklich Gute.
 
Hochachtungsvoll
 
F. Lippold

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8. Januar 2010:

An die Ministerpräsidentin des Landes Thüringen Frau Christine Lieberknecht

Regierungsstraße 73

99084 Erfurt

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht,

in den Medien der letzten Tage ist bundesweit über die Besetzung des Erfurter Stasi-Gefängnisses durch Mitglieder des Vereins „Freiheit“ berichtet worden. Ein Mitglied des Vereins befindet sich, wie Sie wissen, seit dem Neujahrstag im Hungerstreik. Wir alle, die in der DDR gelebt haben, wissen, was für schlimmen Erfahrungen die Menschen vor allem in diesem Knast bis 1989 ausgesetzt waren. Genau diese Erfahrungen aber gestatten es nicht, dass sie heute zu Bittstellern ihrer legitimen Interessen werden. Wir Ostdeutschen brauchen die Erinnerungen, die Gedanken, die Wachheit jener, die mit diesen inneren Zeichnungen leben.

In diesem Sinne bitte ich Sie und fordere Sie auch auf, diese unwürdige und demütigende Situation für die, die hinter diesen Mauern gesessen haben und sich jetzt wieder dort befinden, sofort zu beenden. Holen Sie die Besetzer persönlich in Ihre Staatskanzlei! Hören Sie sie an und führen Sie mit den Betroffenen ein offenes und verbindliches Gespräch! Der Umstand, dass ehemalige Gefangene der Andreasstraße in diesen bitterkalten Nächten erneut am Ort ihres Traumas Lebenszeit verbringen, weil sie mit ihren Forderungen nach Einbeziehung in die Erinnerungsarbeit Thüringens nicht glaubwürdig einbezogen werden, ist schlichtweg unerträglich.

Ich weiß, da ich erst im Dezember 2009 im Verein Freiheit gelesen und mit den Mitgliedern diskutiert habe, dass alle ihre Argumente fundiert, sachlich und vollkommen nachvollziehbar sind. Umso wichtiger ist es, dass es jetzt in der Stiftungsfrage, die ja die politische Substanz Ihres Landes direkt betrifft, keinen Tag länger Verzögerung gibt. Die Betroffenen brauchen eine konkrete und unmittelbare Lösung und das jetzt. Lassen Sie also Ihr Herz sprechen und reagieren Sie auf Augenhöhe!   

Sehr geehrte Frau Lieberknecht, ich dächte, dass man an einem 4. Januar noch gute Wünsche für das neue Jahr loswerden kann. So wünsche ich Ihnen im Persönlichen Gesundheit, Glück, Mut, Liebe und im Politischen eine gute Hand, insbesondere für die Belange, die in Thüringen schon zu lange auf Eis liegen!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Ines Geipel, Schriftstellerin und Professorin an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst

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7. Januar 2010:

Stasi-Experte Knabe: Opfer an Erfurter Gedenkstätte beteiligen

Der Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen Hubertus Knabe hat die Thüringische Landesregierung aufgefordert, die Besetzer des ehemaligen Erfurter Stasi-Gefängnis an den Planungen einer künftigen Gedenkstätte zu beteiligen. "Ein ehemaliger Stasi-Häftling muss schon sehr verzweifelt sein, wenn er freiwillig in sein Gefängnis zurückkehrt. Die Thüringische Landesregierung hat es offensichtlich versäumt, bei den Opfern das Vertrauen herzustellen, das für den Aufbau einer Gedenkstätte unverzichtbar ist." Der Historiker machte für die Besetzung vor allem die jahrelange Verzögerung des Projektes verantwortlich. " Die Opfer wissen, dass sie nur noch begrenzte Zeit kämpfen können. Vor diesem Hintergrund ist mir völlig unverständlich, warum sich die Diskussion über den Erhalt des Gefängnisses nun schon fast zwei Jahrzehnte hinzieht. "Knabe forderte die Landesregierung auf, die Opfer und ihre Vertreter in die Arbeit der Gedenkstätte so eng wie möglich einzubeziehen. "Wer glaubt, eine Gedenkstätte gegen die Opfer aufbauen zu können, der irrt. Wenn der Verein Freiheit e.V. oder die Landesbeauftragte für die Stasiunterlagen die Trägerschaft übernehmen würden, wäre der Konflikt schnell vom Tisch. Es liegt daher im eigenen Interesse der Landesregierung, mit konkreten Vorschlägen auf die Opfer zuzugehen."

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6. Januar 2010:

Freya Klier und Stephan Krawczyk solidarisieren sich mit den Besetzern: „Natürlich muss von denen, die in so einem Haus gelitten haben, auch bestimmt werden, wie die Erinnerung daran aussehen soll. Es ist eine Sauerei, dass die Landesregierung das nicht endlich begreift.“

Wegen seines Protests gegen ihre Verhaftung im Januar 1988 saß Gerhard Bause, einer der drei Besetzer, in der Andreasstraße ein.

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5. Januar 2010:

hallo herr heise und mitstreiter, alles gute für den weiteren weg. bitte seht euch die seite www.appelius.de an. einige recherchen zum lesen über FLUCHTEN AUS DER DDR  und Jugendopposition in ostberlin. sowie martin Luther king 1964 ost und west berlin,sowie Generalsuperintendent berlinbrandenburg, schmitt ,der vorgänger und exchef von stolpe. bitte auch den focus vom 28.12.09 lesen. altkader sind unter uns. tillich und scharfenberg etc. ausgebildet an der akademie für staat und recht (potsdam)  

Mit freundlichen Grüßen

michael schulz

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4. Januar 2010:

Sehr geehrte Damen und Herren,
als Wessi halte ich Ihre Arbeit für zwingend notwendig. Die Filme und Beiträge zum 20jährigen Gedenken des Mauerfalls
haben mich sehr beeindruckt, ebenso ein Besuch im " Runden Eck" in Leipzig.
Die meisten hier im Westen konnten sich nicht vorstellen was bei Ihnen in der DDR abging. Ich, heute 68 Jahre,
ahnte seiner Zeit nur, dass "drüben" ein unmenschliches Regime wirkte und dass "die drüben" arm waren, die
man unterstützen mußte. Dass das Ganze noch schlimmer war als bei unseren Nazis wurde mir erst bewußt
durch den Besuch der Ausstellung im "Runden Eck" in Leipzig.     
Deshalb sollten Sie mutig weiter darum kämpfen, dass diese historischen Dinge nicht verloren gehen!
 "Man kann die Zukunft nicht gestalten, wenn man die Vergangenheit nicht kennt!"
 

Es grüßt Sie freundlich

 

Rita Werthebach                          

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3. Januar 2010:

Hallo Leute, 

ich ziehe den Hut vor Euch. Was Ihr macht ist vollkommen in Ordnung. Niemals darf vergessen werden, was die Stasi den Menschen angetan hat. Wie sie psychisch gefoltert, entrechtet und erniedrigt wurden. Leider ist es bei uns oft so, dass das Unrecht totgeschwiegen wird, oder wie in Brandenburg, die alten Seilschaften wieder an die Schaltstellen der Macht gelangen. Ich war selbst fast vier Jahre im „sozialistisch humanen Strafvollzug“, unter anderem auch in Hohenschönhausen. Steht zu Euern Idealen, haltet den Kurs und seid sicher….Ihr seid nicht allein.

G. Grimm von der Heide

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2. Januar 2010:

Sehr geehrter Herr Heise,

die angefügte Nachricht hat mich per Mail erreicht. Für Ihr Anliegen wünsche ich Ihnen ausdrücklich einen erfolgreichen Ausgang.

Mit freundlichern Grüßen

Martin Sachse

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